Rauchmelder vernetzbar

Mittlerweile ist auch in Deutschland der Einsatz von Rauchmeldern flächendeckend vorgeschrieben ( Gesetzgebung durch Bundesländer ). Während ein einzelner Rauchmelder für eine 2-Zimmer Wohnung mit 50qm Fläche absolut ausreichend ist, kann in vielen Anwendungsfällen eine deutlich höhere Sicherheit erreicht werden, wenn die Rauchmelder vernetzbar sind.

Funktionsweise von vernetzten Rauchmeldern

Sind Rauchmelder vernetzbar, bedeutet das, dass die Geräte untereinander – und je nach Ausprägung auch mit einem externen Gerät – kommunizieren können. Wird bei einem Gerät der Alarm ausgelöst, wird dies den anderen Geräten mitgeteilt, und auch diese lösen sofort Alarm aus. Auch das Alarmieren einer Zentrale oder das Senden einer SMS an vordefinierte Rufnummern ist möglich.
Das Netzwerk wird entweder per Kabel oder per Funk-Signal aufgebaut. Beim Funknetzwerk ist die Reichweite technisch eingeschränkt wie etwa beim WLAN, kann aber ebenso durch zusätzliche Geräte erweitert werden.
Die meisten Hersteller bieten zusätzlich noch Geräte an, die dem Netz weitere Funktionalität verleihen, Stichwort Smart Home. So können zum Beispiel externe Alarmgeber wie Hupen, Signallampen oder Blitzlichter angeschlossen werden. Ein Anschluss an einen PC mittels USB-Schnittstelle zu Diagnose- oder Überwachungszwecken ist ebenfalls möglich.

Anwendungsfälle

Soll eine größere Wohnung oder ein mehrstöckiges Haus mit Rauchmeldern ausgerüstet werden, bieten vernetzbare Geräte ein deutliches Plus an Sicherheit. So wird zum Beispiel ein Brand im Keller ohne Zeitverlust auch an den Rauchmelder in einem Schlafzimmer im ersten Stock gemeldet und löst dort ebenfalls sofort Alarm aus. Die dadurch gewonnene Zeit kann durchaus über Leben und Tod der Hausbewohner entscheiden.
Auch im Fall von hörgeschädigten Mitbewohnern oder kleineren Kindern, die sich im Notfall möglicherweise falsch verhalten, wenn ein Brand aus bricht, kann die Vernetzung der Rauchmelder entscheidende Sekunden Vorteil verschaffen.

Welche Möglichkeiten gibt es

Die erste Frage, die sich stellt, betrifft die Art der Vernetzung. Ein kabelgebundenes Netz mit Anschluss der Geräte an die normale Stromversorgung und Notstrom-Batterien ist die optimale Lösung, allerdings auch sehr aufwändig. Bei Neubau oder Sanierung eines Gebäudes sollte die Rauchmelde-Anlage direkt geplant und beim Bau berücksichtigt werden. Die Stromversorgung der Geräte und die Verlegung der notwendigen Kabel unter Putz werden dann fachmännisch durchgeführt und verursachen nur minimal höhere Kosten.
Anders sieht es bei der Nachrüstung bereits genutzter Wohnungen und Häuser aus. Hier bietet sich der Einsatz von Funktechnik zur Vernetzung an. Vorhandene Rauchmelder bekommen ein zusätzliches Funkmodul, am besten eines mit eigener Batterie. Die Funkmodule werden durch Programmierung miteinander vernetzt.
Bei mehrgeschossigen Häusern sollte man darauf achten, dass die Reichweite der einzelnen Module begrenzt ist. Ja nach Bauart des Hauses empfiehlt es sich, einzelne Funkmodule als Repeater ( Verstärker ) zu nutzen, um die Reichweite zu vergrößern.
Einige Hersteller bieten mittlerweile sogar hybride Systeme an, bei denen sowohl Kabel als auch Funk genutzt werden, um die Rauchmelder vernetzbar zu machen. Das kann zum Beispiel bei einer Teil-Sanierung eines Gebäudes eine sinnvolle Option sein.

Wenn die Rauchmelder vernetzbar sind

Der wichtigste Schritt in Richtung mehr Sicherheit ist getan. Nun können die vernetzten Rauchmelder zum Beispiel in Gruppen aufgeteilt werden, was bei Mehrfamilien-Häusern sinnvoll sein kann.
Am Ende sollte man sich noch Gedanken über Erweiterungen in den Punkten Funktionalität und Komfort machen. Die Hersteller bieten hier unterschiedliche Möglichkeiten, von Fernbedienungen zur Schaltung einzelner Rauchmelder und Gruppen, über Diagnosetools und Verbindungen zu Alarmzentralen bis hin zu einem Internet-Gateway, bei dem sich der Status der vernetzten Rauchmelder per Fernabfrage prüfen lässt. Sind die Rauchmelder vernetzbar, ist der erste Schritt zum intelligenten Rauchmelde-System getan.