Rauchmelderpflicht

Mittlerweile gilt in fast ganz Deutschland die Rauchmelderpflicht – lediglich die Bundesländer Berlin, Sachsen und Brandenburg sind bisher noch von dieser Pflicht ausgenommen. Allerdings sollte auch hier nicht auf die Anbringung von Rauchmeldern in relevanten Räumen verzichtet werden, denn Rauchmelder haben sich als wichtige Lebensretter herausgestellt, die besonders in der Nacht vor dem Tod durch die gefährlichen Rauchgase schützen können.

Rauchmelder können Leben retten

Bereits in 13 der 16 Bundesländer wurde die Rauchmelderpflicht eingeführt und auch in Berlin und Brandenburg ist eine derartige Verordnung geplant. Geregelt wird diese Pflicht in der jeweiligen Bauordnung der jeweiligen Bundesländer, weshalb es teilweise auch kleinere Unterschiede gibt, etwa wo die Rauchmelder montiert oder bis wann verpflichtend die Melder installiert sein müssen. Obwohl viele Eigentümer und Mieter diese Pflicht noch eher als Belastung empfinden, hat sich herausgestellt, dass Melder einerseits zahlreiche Leben retten können andererseits durch ihre frühe Warnung auch den Schaden durch Brände und den entstandenen Rauch deutlich geringer gehalten werden kann. Daher sollte es im Interesse jedes Mieters und Eigentümers von Wohnungen bzw. Häusern sein, die Melder anzubringen. Unterschiedlich geregelt ist in den Bauordnungen der Länder auch, wer für die Anbringung und Wartung verantwortlich ist, was entweder der Vermieter bzw. Eigentümer oder der Mieter sein kann.

Nachts steigt das Todesrisiko an

Nach Ausbruch eines Brandes bleiben den Bewohnern oft nur wenige Minuten um sich in Sicherheit zu bringen. Bereits drei Lungenzüge mit dem Brandrauch können schon zu einer Bewusstlosigkeit eines Erwachsenen führen und der wohl wichtigste Punkt, ist dass das Risiko an einem Brand zu sterben in der Nacht mehr als doppelt so groß ist wie am Tag. Zwar brechen rund 65 % der Brände tagsüber aus, allerdings werden diese rascher bemerkt, weshalb es nur rund 30 % Brandtote am Tag gibt. Dies begründet der Umstand, dass nachts unser Geruchssinn ebenfalls schläft und wir den Brandgeruch nicht wahrnehmen, weshalb gerade in der Nacht der Brandmelder unverzichtbar ist. Damit verbunden ist auch die Anbringung der Warngeräte an sinnvollen bzw. wichtigen Punkten.

Montage und Wartung des Rauchmelders

Grundsätzlich gilt in allen Bundesländern mit Rauchmelderpflicht, dass der Montageort so gewählt sein muss, dass der Rauch bei einem Brand möglichst früh den Melder erreicht. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Melder etwa direkt über einem Herd angebracht werden muss – im Gegenteil, denn der Rauch entsteht erst in den oberen Bereichen der Räume, weshalb der Melder nicht an der Wand, sondern an der Decke montiert werden muss. Lediglich bei kleinen Räumlichkeiten oder falls keine andere Möglichkeit besteht, kann der Rauchmelder im oberen Bereich einer Wand montiert werden. Übersteigt ein Raum die Größe von 60 m², müssen mehrere Melder verteilt über den Raum montiert sein. Mit einem Rauchmelder müssen grundsätzlich immer alle Schlafräume, wozu auch Kinderzimmer gehören und sämtliche Rettungswege von Aufenthaltsräumen wie Flure mit einem Rauchmelder ausgestattet sein. Inhaltlich unterscheiden sich hier die einzelnen Verordnungen nicht, lediglich die Formulierung kann in einzelnen Bundesländern etwas abweichen.

Unterschiedlichen Regelungen in den Bundesländern

Grundsätzlich unterscheiden sich die einzelnen Verordnungen der Rauchmelderpflicht überwiegen in den Fristen bis Melder angebracht werden müssen und für welche Bauten die Verpflichtung greift. Bereits 2004 führten beispielsweise das Saarland und Thüringen eine Verpflichtung zur Installation von Rauchmeldern in Neu- oder Umbauten ein. Für bereits bestehende Immobilien galt eine Übergangspflicht von mehreren Jahren, in der, je nach Bundesland entweder der Mieter oder Vermieter bzw. Eigentümer für die Nachrüstung verantwortlich sind. Die Fristen sind teilweise sehr lange, damit auch jeder Verantwortliche dieser Pflicht nachkommen kann und so müssen beispielsweise in Bayern bis 2017 oder in Thüringen bis 2018 bestehende Immobilien mit einem Rauchmelder nachgerüstet werden. Wichtig beim Kauf eines Rauchmelders ist allerdings, dass dieser den Anforderungen nach DIN 14676 entspricht und auch regelmäßig gewartet wird.